Was würden Sie als freier Autor von einem Angebot halten, bei dem Sie erst angemessen bezahlt werden, nachdem Sie für Ihre eigenen Artikel genug Werbung betrieben und für eine schnelle und treffende Indizierung bei entsprechenden Suchmaschinen gesorgt haben? Trotzdem überlassen Sie dem Online-Anbieter ein Jahr lang die Rechte an Ihrem Text, sind aber für das Aufdecken von widerrechtlichen Nutzungen Ihres Artikels selbst zuständig? So heißt es zumindest bei den FAQ’s von suite101.com.
Das Angebot von www.suite101.de bzw. www.suite101.com (engl.) scheint mir so eines zu sein. Das Unternehmen an dem Burda Digital Ventures mit einer unbekannten Summe beteiligt ist, bezeichnet sich selbst als „eines der erfolgreichsten Online-Magazine überhaupt“. Es heißt, im Frühjahr hätten sie 250 Autoren, dann bereits im Sommer 600 Autoren und momentan schon 800 Autoren in ihrem Angebot. Aha!
Nachtrag vom 12.10.:
Uns erreichten folgende Hinweise des Chefredakteurs von suite101.de, Dirk Westphal, die wir unseren Leserinnen und Lesern an dieser Stelle zur Verfügung stellen:
Es ist nämlich keineswegs so, dass unsere Autoren Werbung für Ihre Texte betreiben müssen. Sie können das natürlich tun (wir geben dafür auch Tipps), doch dies ist keineswegs entscheidend für erfolgreiches und damit auch lukratives Publizieren auf Suite101. Genauso verhält es sich mit der Suchmaschinen-Indizierung: Rein formal stimmt es zwar, die Autoren sorgen für die bestmögliche Indizierung Ihrer Texte bei Suchmaschinen – doch das heißt nichts anderes, als dass die Autoren Ihren Text in unserem System mit einer starken Überschrift, einer guten Unterzeile und einigen passenden Keywords versehen. That’s it. Alles andere erledigt, vereinfacht gesagt, die Technik von Suite101. Kein Autor muss sich mit Google, Yahoo & Co. beschäftigen. Man kann also nicht wirklich davon reden, wir würden unsere Autoren übermäßig mitdiesen Aufgaben belasten.
Bei allen Fragen oder Problemen steht zudem die Redaktion von Suite101 stets „Gewehr bei Fuß“ – also echte Menschen, die sich keineswegs verstecken, siehe auch http://www.suite101.com/about/Selbstverständlich unterstützen wir unsere Autoren auch, wenn sie feststellen, dass Ihre Texte anderswo widerrechtlich verwendet werden – aktiv, mit Rat und Tat und natürlich im beiderseitigen Interesse.
Formalrechtlich ist jedoch für solche unschönen Geschichten immer der Urheber zuständig, daher die entsprechende Formulierung in den englischen FAQ.Außerdem tritt kein Autor „die Rechte“ an seinen Texten an uns ab, sondern lediglich ein ganz klar definiertes Teil-Recht: das zur Online-Veröffentlichung, ein Jahr exklusiv, danach nicht exklusiv. Es wäre also überhaupt kein Problem für unsere Autoren, ihre Texte in anderen Medien zweitzuverwerten. Von dem Umsatz, die durch ihre Texte generiert wird, erhalten die Autoren monatlich einen festgelegten Anteil – zuverlässig und ohne Zeitbegrenzung. Zum Beispiel gibt es auf Suite101.com eine ganze Reihe von Autoren, die noch heute Monat für Monat Honorar für Artikel kassieren, die sie vor vier, fünf, sechs Jahren publiziert haben. Gerade dieses long-term-Modell kann eine durchaus attraktive Alternative für preiskampfgeplagte journalistische Freelancer sein. Und was die Zahl der englischsprachigen Autoren, so ist 850+ der aktuelle Stand. Wobei es in der Tat ein sehr, sehr beachtliches Wachstum im Laufe der letzten Monate gegeben hat (bei Autoren wie Lesern, siehe auch www.alexa.com) – insofern spiegeln die Zahlen, die Sie augenscheinlich der deutschen Wikipedia entnommen haben, durchaus die richtige Tendenz wieder. (…)
Nachtrag vom 16.11.: Don Alphonso von Blogbar schimpft auch über die Zahlungsmoral im Web 2.0.
Nachtrag vom 31.1.: Auf der Freien-Seite vom DJV wurde das Thema gestern auch aufgegriffen…



Ich halte mich als freier Autor gerne an die (auch noch recht junge) Plattform XinXii:
Dort kann ich kostenlos und eigenständig meine Texte hochladen und werde bei jedem Download automatisch provisioniert. Und die Rechte an meinen Texten bleiben von Anfang (Upload) bis Ende (wenn ich sie von http://www.xinxii.com lösche) bei mir.
Auf XinXii bin ich also sehr unabhängig, kann eigenständig editieren, hochladen und löschen – quasi wie ein Seller auf eBay.
was mir komisch vorkommt ist dieser flapsige, pseudo-freundschaftliche Stil in den FAQ von suite101.
Fragen über Fragen werden beantwortet, ohne dass ich jemals eine Vorstellung davon bekomme, wie hoch das Autorenhonorar je sein wird.
Anders als bei Stock-Agenturen, wo alles transparent ist und ich genau weiß, wieviel ich wofür verdiene bei Verkauf.
Das Preismodell geht aus keiner Zeile hervor.
besser macht es auf jeden Fall http://www.peo.de